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Start verschlafen
Das Herren 1 des VBC Münchenbuchsee hat sich einiges vorgenommen für die Spiele in der Aufstiegsrunde. Insbesondere soll die Ungeschlagenheit zuhause gewahrt werden, denn in dieser Saison konnte erst Pallavolo Lugano (NLA) im Cuphalbfinale zwei Punkte aus der Sek.Halle entführen. In der Meisterschaft und gegen jedes NLB Team konnte das Heimteam hingegen sämtliche Spiele vor heimischem Publikum gewinnen. Der VBC Galina war zwar ein unbekannter Gegner, doch fürchtete man sich im Lager der Berner kaum, dass die Heimstärke ernsthaft gefährdet sein könnte. Es bestätigte sich in diesem Spiel jedoch einmal mehr, dass vor allem die Einstellung, Motivation und geistige Anwesenheit über Sieg oder Niederlage entscheiden würde. Der Start in die Partie wurde von den Gastgebern nämlich regelrecht verschlafen. Die Annahme war etwas unkonstant und die Angreifer sündigten viel zu oft völlig unnötig. Es war einer der schwächsten Sätze, welcher das Publikum in dieser Saison zu sehen bekam. So verwunderte es denn auch niemanden, dass dieser Satz verloren ging (18:25).
Das "normale" Münchenbuchsee
Nach dem verschlafenen Start folgte jedoch eine heftige Reaktion. Zwar zeigte das Heimteam auch in den folgenden beiden Sätzen nicht die beste Leistung, es reichte jedoch, um den Gegner nach Belieben zu dominieren. Der VBC Galina war in dieser Phase massiv überfordert und hatte zu keinem Zeitpunkt die Möglichkeit dem Heimteam die Stirn zu bieten. Bei den Bernern konnten vor allem die Gebrüder Nüesch überzeugen: Die beiden Aussenangreifer zeigten eine starke Leistung in der Annahme, und im Angriff waren sie praktisch fehlerfrei und punkteten immer wieder spektakulär. Satz zwei gewann "Buchsi" überlegen mit 25:16 und auch im dritten Durchgang war die Partie einseitig (25:18).
Das andere "normale" Münchenbuchsee
Satz vier begann wie die beiden vorangegangenen Sätze: "Buchsi" dominierte und den Liechtensteinern blieb die Rolle des Zuschauers. Erst stand es 8:3, etwas später 11:5, dann 15:11 und schliesslich 18:13. Nichts deutete auf eine Wende, die Partie schien entschieden und man durfte mit einem 3:1 Sieg der Berner rechnen. Doch diese zeigten nun das andere "normale" Gesicht. Normal darum, weil man sich schon zu oft von dieser Seite präsentiert hat in der laufenden Saison, und man sich langsam aber sicher daran zu gewöhnen scheint. Eine gefährliche Gewohnheit. Das Team fiel nämlich in den spielerischen Sumpf des ersten Satzes zurück und brachte nichts mehr zustande. Gar nichts mehr. Dem Team gelangen gerade noch zwei Punkte, dann war der Satz mit 20:25 völlig unnötig verloren gegangen. Ob es nun Spielerwechsel waren, welche das Team aus dem Rhythmus brachten oder ob die Spieler auf dem Platz mit den Gedanken heimlich schon auf dem Heimweg waren ist unklar. Klar ist nur, dass diese unnötigen Satzverluste gefährlich sind und gegen ein starkes gegnerisches Team bestraft werden können. Dazu kam es am Samstag jedoch nicht, da das Herren 1 des VBC Galina einerseits nicht stark genug war um die Gunst der Stunde zu nutzen. Andererseits konnte das Heimteam wieder einmal unter Beweis stellen, dass in wichtigen Momenten das spielerische Potenzial meistens ausgenutzt werden kann. Der Satzsieg (15:11) führte also zu den ersten beiden Punkten in der Finalrunde.
Der Favorit in Rücklage
Die beiden anderen Partien gestalteten sich etwas überraschend. Einerseits konnte der TV Amriswil II gegen die Appenzeller Bären nur knapp mit 3:2 gewinnen, hier hätte man auch ein etwas deutlicheres Resultat erwarten können. Es stellt sich insofern die Frage, ob die Appenzeller doch noch ein Wörtchen mitreden können im Kampf um die Ligakrone. Auch die andere Partie könnte auf den ersten Blick überraschen, denn die Favoriten aus Schönenwerd verloren zuhause gegen Lausanne UC II mit 1:3 und zieren nun das Tabellenende der Aufstiegsrunde, und dies, obwohl sie sich neben Benny Beyeler auch noch mit Marco Bonaria auf die Aufstiegsrunde hin verstärkt haben. Auf den zweiten Blick überrascht das Resultat jedoch nicht mehr so, denn wie bereits in der Vorschau geschrieben und prophezeit, ist das junge Team aus Lausanne fähig sämtliche Gegner in dieser Finalrunde zu bezwingen. Für die Schönenwerder, welche unbedingt in die Nationalliga A aufsteigen wollen, wird es nun ungemütlich: Wenn sie den Anschluss an die Spitze nicht schon früh verlieren wollen, müssen sie das nächste Spiel - es findet erneut bei ihnen zuhause statt - gewinnen. Und dieses Spiel findet ausgerechnet gegen den VBC Münchenbuchsee statt. Man darf sich auf ein Spektakel gefasst machen. Samstag 23.01.2010, 18.30 Uhr in der Erlimatthalle in Däniken.